Wegen dem in den Ländern Nordeuropas herrschende Fachkräftemangel wenden sich die Unternehmen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz immer öfters an ausländische Märkte, um Fach- und Führungskräfte zu finden und zu engagieren. Laut neuesten Statistiken beschäftigt heutzutage jedes sechste Unternehmen in Deutschland ausländische Berufsexperten und mehr als die Hälfte deutschsprachiger Großunternehmen rekrutieren im Ausland. Der in nordeuropäischen Ländern anhaltende Personalmangel beruht einerseits auf den Kosteneinsparungen, die in einigen Branchen durchgeführt wurden, und andererseits auf dem Inkrafttreten des Rentenpakets, das den inländischen Arbeitnehmern ermöglicht, relativ früh in den Ruhestand zu treten. Manche Unternehmen in Deutschland bieten heutzutage sogar Gehaltssteigerungen an, um den Personalnot in Grenzen zu halten und es zu vermeiden, dass die Angestellten frühzeitig in Rente gehen.
Deutschsprachige Unternehmen setzen auf ausländische Experten
Immer mehr deutsche Firmen setzen auf Fach- und Führungskräfte aus den Ländern Südeuropas wie Spanien. Eine Studie von Bitkom Research, die zum zweiten Mal im Auftrag des Netzwerkes Linked-in durchgeführt wurde, berichtet, dass über 60 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Angestellten aus dem Fachkräftemangel Konsequenzen gezogen haben und im Jahr 2015 ausländische Führungs- und Fachkräfte einstellen werden. Im Jahr 2014 lag die Anzahl der Unternehmen, die eine Einstellung ausländischer Mitarbeiter planten, bei fast 40% Insbesondere spanisches Personal aus dem Gesundheitswesen, der Telekommunikation, der IT-Branche aber auch aus der Baubranche oder dem Transport- und Logistikbereich ist dank der hochqualifizierten Berufsausbildung in den deutschsprachigen Nationen sehr geschätzt. Die Personalverantwortlichen der Unternehmen erklären sich mit den spanischen Fachkräften als hochzufrieden und bestätigen, dass die Integration dieser Mitarbeiter problemlos erfolgt und die erbrachten Arbeitsleistungen einem sehr hohen Standard entsprechen.
Spanische Ingenieure und Softwareentwickler für Arbeitsmärkte Deutschland und Schweiz
Angesichts des stets ansteigenden Personalmangels im Bereich des Ingenieurwissens, empfahl der BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater) bereits im Jahr 2014 den deutschen Firmen, die hoch qualifizierten spanischen Fachkräfte in den Sektoren von Elektrotechnik, Maschinenbau- und Verfahrenstechnik zu nutzen. Denn während die deutschen Hochschulen jährlich ca. fünfzig Tausend Ingenieure ausbilden, liegt der nationale Bedarf fast beim Doppelten.
Die Qualifikation der spanischen Ingenieure wird von den deutschen Rekrutierungsexperten als mehr als zufriedenstellend bezeichnet und ist ganz und gar der ihrer deutschen Kollegen gleich: Sie verfügen über eine mit den deutschen Abschlüssen vergleichbare Ausbildung und weisen ausgezeichnete Kenntnisse der technischen Darstellungen und Berechnungen sowie auch der international gängigen SW-CAD-und Design-Tools auf.
Die spanische Ingenieure und Fachkräfte aus den technischen Branchen verfügen über die spanische Ausbildung des „grado de ingenieria“, das bedeutet ein vier- oder fünfjähriger Hochschulabschluss im Bereich der Ingenieurwissenschaft. Diese Studiengänge umfassen diverse Fachrichtungen wie Baustoff-Ingenieurwissenschaft und Bauingenieurwesen; Elektrotechnik, Mechatronik und Maschinenbau; Logistik, Energie-Technik und Wissenschaft; Automatisierungstechnik und Verfahrungstechnik; Bauphysik und Umweltingenieurwissenschaft; Wasser- und Umweltmanagement; Energetische Gebäude-Optimierung. Viele von ihnen sind bereit, definitiv ihr Heimatland und die dort anhaltenden Rezession zu verlassen, um ihre Zukunft in einem deutschsprachigen Land aufzubauen. Zu den professionellen Kompetenzen der spanischen Ingenieure und Fachkräfte zählen sowohl die Planung von komplexen Automatisierungslösungen, als auch die Entwicklung und Steuerung von Produktion, Montage und Inbetriebnahme von automatisierten Herstellungsanlagen.
Eine ausgezeichnete Ausbildung können auch die Software-Entwickler und Programmierer aus Spanien vorweisen. Nach einem drei- bis fünfjährigen theoretischen und praktischen Studiengang verfügen spanische Informatik-Fachkräfte über exzellente Kenntnisse der Programmsprachen Java, PHP, C++, der Webtechnologien CSS und HTML als auch von Oracle, Microsoft und SUN.

