Werbungen, in denen Prominente auftreten, finden Beachtung. So lautet zumindest der Hintergrundgedanke der Marketingfirmen, die in derartige Auftritte berühmter Persönlichkeiten investieren. Grob geschätzt tritt in jedem fünften Werbespot eine bekannte Person auf, heisst es in einem Artikel der Frankfurter Allgemeine. Und Studien zufolge erinnern sich die Zuschauer tatsächlich viel eher an eine Werbung, in der eine berühmte Person erscheint als an solche, in der das nicht der Fall ist.
Natürlich birgt das Werben mit Prominenten auch ein Risiko, denn entfaltet sich ein Skandal um die Person, kann sich das negativ auf das Image der Marke in den Augen der Zuschauer auswirken. Auch passt die Repräsentation durch eine berühmte Person nicht zu jeder Marke – oder zumindest sollte sorgfältig überlegt werden, welche Berühmtheit für die Werbung gewählt wird.
Doch im Grossen und Ganzen gibt es zahlreiche positive Aspekte eines Promi-Auftritts.
Bild: Nils Sautter ;
Dies beweist beispielsweise der Auftritt von Thomas Gottschalk in Haribo-Werbungen. Gottschalk ist nach fast 25 Jahren, in denen er für die Fruchtgummi-Firma geworben hat, auf das Engste mit der Marke verbunden. Er machte auch den Slogan des Unternehmens bekannt. Der Werbespruch gilt als einer der bekanntesten in Deutschland. Knapp 40 Millionen Euro wurden in einem Jahr in die Werbung mit Thomas Gottschalk investiert und im Jahr 2014 wurde bekanntgegeben, dass Bully Herbig in Gottschalks Fussstapfen treten werde. Dass Bullys Humor nicht immer kinderfreundlich sei, wurde von manchen bemängelt, was erneut zum Schluss führt, dass die prominente Person gut gewählt sein will. Auf dem offiziellen Youtube-Kanal wurde das erste Video, in dem Bully alleine für Haribo warb, aus dem Jahr 2015 über 71000 Mal angesehen. Danach flaute das Interesse ab, was zu erwarten war. Wie sich die Kampagne entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Eine Werbebeziehung wie die zwischen Haribo und Gottschalk ist selten.
Berühmte Personen ziehen oft automatisch viel Aufmerksamkeit auf sich. Besonders stark ist das bei Samuel L. Jackson der Fall. Wo Samuel L. Jackson erscheint, dort zieht es auch seine vielen Fans hin.
Bild: Gage Skidmore;
So auch bei der Kampagne, die ein beliebter Anbieter von live Sportwetten in die Wege leitete. Darin wirbt Samuel L. Jackson für die Präsenz des Unternehmens in Australien. Was die Werbung ausmacht ist die Empfehlung durch Jackson sowie Jacksons gewohnt selbstbewusste und “coole” Art, in der er dem Zuschauer über den Wettanbieter berichtet. Der Text ist dabei schlicht gehalten und die Message ist direkt, denn Jacksons Person sowie die eingeblendeten Grafiken sind ausreichend.
Jackson gilt als der Schauspieler unter seinen Kollegen in Hollywood, der im Laufe seiner Karriere die meisten Filme gedreht hat. Er arbeitet unglaublich viel. Den Filmen, in denen Jackson auftritt, wird Beachtung geschenkt. Seit einiger Zeit sind auch seine Werbeauftritte bekannt – beispielsweise der Clip “Everything is Samuel L. Jackson’s Fault” (dt.: “Samuel L. Jackson ist an allem schuld”), der mehrere Millionen Mal auf Youtube angesehen wurde und sich auf Social Media verbreitet hat. Die Werbung wird als Comedy präsentiert. Im Video wird Samuel L. Jackson die Schuld am negativen Verhalten von Kindern gegeben.
Video: Everything is Samuel L. Jackson’s Fault; Sprache: Englisch
Dabei wird der Ikone von Passanten vorgeworfen, ihre Kinder verdorben zu haben und zwar aufgrund von seinem Bekanntheitsgrad. Beispielsweise klagt eine Frau, dass ihr Kind nach dem Ansehen eines Samuel-L.-Jackson-Films jetzt rauche. Dabei hält sie selbst eine Zigarette in der Hand. Schliesslich wird zum Ausdruck gebracht, dass Eltern selbst die Verantwortung dafür übernehmen müssen, welche Filme ihre Kinder ansehen (anstatt die Auswirkungen Filmen und Schauspielern in die Schuhe zu schieben). Geworben wird für eine Organisation, die Filme nach altersgerechten Inhalten bewertet.
Ein Video, das sich auf Social Media verbreitet, ist der Traum vieler Unternehmen. Hier ist das gelungen. Doch auch hier besteht die Gefahr, dass der Schuss nach hinten losgeht. Kommt die Werbung nicht gut an, könnte sich das auch negativ auf das Image des Prominenten – in diesem Fall Jackson – auswirken und das könnte wiederum dem Ruf der Firma durch die Verbindung zum Prominenten schaden.
Es gibt also Vorteile und Nachteile. Und doch sprechen die zahlreichen Beispiele erfolgreicher Werbekampagnen, in die Prominente eingebunden wurden, für sich.